
Die Lagerung des Patienten für einen chirurgischen Eingriff stellt eine wichtige und verantwortungsvolle Tätigkeit dar.
Die richtige Lagerung ermöglicht dem Chirurgen eine gute operativen Zugang, minimiert den Blutverlust und schützt
den Patienten vor Schädigungen der Nerven, Weichteile, Muskellogen und des kardiopulmonalen Systems.
Jede spezielle Lagerung hat ihre spezifischen Risiken.
Diese müssen gegen den zu erwartenden Nutzen
kritisch abgewogen werden.
Soweit möglich sollte immer nahe der physiologischen Neutralstellung gelagert werden.
Rückenlagerung

Für die meisten Operation ist die Rückenlagerung mit ihren verschiedenen Modifizierungen die häufigsten praktizierte.
Der Kopf muss so gelagert sein, dass sich die Halswirbelsäule in Neutralstellung befindet und kein punktueller Druck am Hinterkopf entsteht.
Meist werden beide Arme ausgelagert. Dabei ist zu beachten, dass die Abduktion zwischen 60° bis maximal 90° erfolgt und sich die Handflächen in Supinationsstellung befinden. Generell gilt, dass das distale Gelenk höher als das proximale liegen sollte, also der Ellenbogen höher als die Schulter und das Handgelenk höher als der Ellenbogen.
Ein angelagerter Arm ist mit einem gepolsterten Armschutz zu sichern.
Die Beine sollten im Kniebereich leicht geknickt sein, was sich entweder mit einer Halbrolle oder mit Verstellen der Beinplatte erreichen lässt.
Seitenlagerung

Nach der Drehung müssen entsprechende Lagerungsstützen angebracht werden, damit der Patient in der Seitenlage verbleibt.
Für Kopf und Halswirbelsäule gilt, sie müssen generell in Neutralstellung liegen, d.h. in einer Ebene mit der Brustwirbelsäule.
Der unter liegende Arm wird leicht nach vorne gezogen und auf der Armlagerungsvorrichtung, die im Winkel von 90° zum OP-Tisch steht und bis an diesen heranreicht, abgelegt. Der oben liegende Arm wird im Schultergelenk max. 90° abduziert, mit dem Unterarm und leicht gebeugtem Ellenbogengelenk in Pronation auf der Armhochhalterung abgelegt.
Unter die unten liegende Thoraxseite wird zur Entlastung der Schulter eine Schaumstoff geschoben.
Im Bereich der Skapula sowie links und rechts auf Höhe des Beckens werden Seitenstützen angebracht.
Das oben liegende Bein wird auf ein Polsterkissen positioniert.
Bauchlagerung

Der Kopf in der Neutralposition, er wird ohne Verdrehung der Halswirbelsäule mit der Nase nach unten in einer Kopfliegeschale platziert und dabei im Stirn- und seitlichen Gesichtsbereich abgestützt. Die Halswirbelsäule darf nicht gestaucht werden oder durchhängen.
Es muss peinlich genau darauf geachtet werden, dass die Kopfliegeschale keinerlei Druck auf das Auge ausüben!
Beide Arme werden im Schultergelenk etwa 30° abgesenkt und max. 90° nach vorne geführt, im Ellenbogengelenk etwa 90° gebeugt gelagert. Die Unterarme werden auf den Armlagerungsvorrichtung abgelegt und es muss darauf geachtet werden, dass die Ellenbogen frei oder gut abgepolstert aufliegen.
Der Thorax und das Becken werden durch Unterlegen von geeigneten Lagerungskissen soweit angehoben, dass der Bauch frei liegt und die Beatmung des Patient nicht beeinträchtig wird.
Die Knie und Füsse des Pat. werden durch Unterlegen von breiten Kissen vor Druckstellen geschützt gelagert.
Steinschnittlage

Bei der Steinschnittlage - die häufigste Operationslagerung in der Gynäkologie und Urologie - Die Lagerung des Kopfes und der Arme erfolgt analog der Rückenlage.
Die Beine werden in speziellen Beinhalterung in Beugung, Abduktion und Rotation gelagert.
Sitzendeposition

Kopf und Halswirbelsäule werden in Neutralstellung gelagert. Die Arme werden leicht abduziert und im Ellenbogengelenk gebeugt auf einer Armlagerungsvorrichtung gelagert.
Der Oberkörper kann seitlich mit einer Thoraxstütze auf Höhe der Mamillen gesichert werden. Dieser darf keinesfalls die Axilla komprimieren.
Im Bereich des Beckens ist darauf zu achten, dass das Gesäss des Patienten genau in der Mulde der Aufgeklappten Operationslagerfläche sitzt.
Die Platte, auf der Gesäss und Oberschenkel des Patienten zum Liegen kommen, soll in Trendelenburg-Position etwas abgesenkt werden. So verteilt sich der Auflagedruck auf Oberschenkel, Gesäss und Lendenwirbelsäule, punktueller Druck auf die Sitzbeine wird vermieden.
Die Beine werden im Kniebereich mit einer Halbrolle abgepolstert. Alternative kann die Beinplatte im Kniebereich etwas abgesenkt werden.